Kurz gesagt
Hier findest du 50 Begriffe rund um die Intrastat-Meldung und das Meldeportal IDEV, alphabetisch sortiert. Jede Antwort ist kurz gehalten; wo es einen ausführlichen Ratgeber gibt, führt der Link „Mehr dazu“ weiter.
A
Bis wann muss die Intrastat-Meldung abgegeben werden?
Spätestens am 10. Arbeitstag nach Ablauf des Berichtsmonats muss die Meldung beim Statistischen Bundesamt sein. Gezählt werden Montag bis Freitag ohne bundeseinheitliche Feiertage. Mehr dazu →
Wie melde ich mich bei IDEV an?
Für die Online-Meldung über IDEV brauchst du eine Kennung und ein Passwort vom Statistischen Bundesamt. Beides steht in der Regel im Heranziehungsbescheid oder kann beim Amt beantragt werden. Als Drittanmelder registrieren wir uns mit eigener Kennung und melden für dich. Mehr dazu →
Was bedeutet „Art des Geschäfts“?
Die Art des Geschäfts beschreibt, welcher Vorgang hinter einer Warenbewegung steht – zum Beispiel Kauf und Verkauf, Rücksendung, Lohnveredelung oder unentgeltliche Lieferung. Jeder Vorgang hat eine zweistellige Kennziffer aus dem Leitfaden zur Intrahandelsstatistik.
Wie lange muss ich Unterlagen zur Intrastat-Meldung aufbewahren?
Halte die Unterlagen, aus denen du die Meldung erstellt hast, mindestens so lange bereit, wie das Amt Rückfragen stellen kann und Berichtigungen möglich sind – also für das laufende und das vorangegangene Jahr. Rechnungen musst du ohnehin nach Handels- und Steuerrecht sechs bis zehn Jahre aufbewahren.
Was ist die Außenhandelsstatistik?
Die Außenhandelsstatistik erfasst den grenzüberschreitenden Warenverkehr Deutschlands mit dem Ausland. Sie besteht aus zwei Teilen: der Intrahandelsstatistik (Intrastat) für den Handel mit EU-Ländern und der Extrahandelsstatistik für den Handel mit Ländern außerhalb der EU, die über die Zollanmeldungen erhoben wird.
Kann ich noch Dateien im ASCII-Format melden?
Nein, das ASCII-Format ist ein Auslaufmodell; Neuanträge werden nicht mehr genehmigt. Dateimeldungen laufen im Format INSTAT/XML – ab dem Berichtsmonat Januar 2027 nur noch über eSTATISTIK.core. Mehr dazu →
B
Wer ist von der Intrastat-Meldung befreit?
Befreit ist, wer in einer Richtung im Vorjahr unter der Meldeschwelle lag und sie auch im laufenden Jahr nicht überschreitet. In Deutschland liegen die Schwellen bei 1 Mio. € für Versendungen und 3 Mio. € für Eingänge. Die Befreiung gilt je Richtung: Wer nur bei den Eingängen darüber liegt, meldet nur die Eingänge. Mehr dazu →
Wer ist der Berichtspflichtige?
Berichtspflichtig ist das Unternehmen, das zur Intrastat-Meldung verpflichtet ist. In IDEV erscheint als Berichtspflichtiger das registrierte Unternehmen und jedes weitere Unternehmen, das ein Melder dort angelegt hat – etwa ein Drittanmelder für seine Kunden.
Was ist das Bestimmungsland?
Bei Versendungen gibst du das EU-Land an, in das die Ware gebracht wird, um dort verwendet, verbraucht oder bearbeitet zu werden. Ist das nicht bekannt, gilt das letzte bekannte EU-Land, in das die Ware gelangen soll. Angegeben wird der zweistellige ISO-Ländercode, zum Beispiel FR für Frankreich.
Was ist die Bestimmungsregion?
Bei Eingängen gibst du das Bundesland an, in dem die Ware voraussichtlich bleibt, also verwendet, verbraucht oder bearbeitet wird. Steht das bei der Meldung noch nicht fest, zählt das Bundesland, in das die Ware zunächst kommt. Ist die Ware für das Ausland bestimmt, wird die Kennziffer 25 angegeben.
Was bedeutet „Bundesland-FA“?
Gemeint ist die Nummer des Bundeslandes, in dem das für deine Umsatzsteuer zuständige Finanzamt sitzt. Sie ist Teil deiner Kenn-Nummer in der Intrastat-Meldung.
Was passiert, wenn ich nicht melde?
Wer nicht, falsch, unvollständig oder verspätet meldet, handelt ordnungswidrig. Laut Leitfaden zur Intrahandelsstatistik droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 €. Meist kommt vorher eine Mahnung mit der Aufforderung, die fehlenden Monate nachzumelden. Mehr dazu →
D
Brauche ich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer?
Ja. Wer Waren innerhalb der EU liefert oder erwirbt, braucht neben der Steuernummer eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr., in Deutschland beginnend mit DE). Seit 2022 gehört bei Versendungen außerdem die USt-IdNr. des Handelspartners im Bestimmungsland in die Intrastat-Meldung.
Muss ich Dienstleistungen in Intrastat melden?
Nein. Intrastat erfasst nur Waren, die physisch zwischen Deutschland und einem anderen EU-Land bewegt werden. Dienstleistungen an Unternehmen in der EU gehören in die Zusammenfassende Meldung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung, nicht in Intrastat. Mehr dazu →
Was ist ein Drittanmelder?
Ein Drittanmelder meldet im Auftrag eines meldepflichtigen Unternehmens dessen Intrastat-Daten an das Statistische Bundesamt. Er registriert sich dafür selbst in IDEV. awastat ist seit 2003 als Drittanmelder tätig – in Deutschland und elf weiteren EU-Ländern. Mehr dazu →
Kann ich Daten in IDEV importieren, statt sie abzutippen?
Ja. Im IDEV-Formular kannst du Meldedaten als CSV-Datei importieren, derzeit bis zu einer Dateigröße von 1 MB. Größere Datenmengen werden als INSTAT/XML-Datei gemeldet, ab 2027 über eSTATISTIK.core. Mehr dazu →
E
Was ist die Eigenmasse?
Die Eigenmasse ist das Gewicht der Ware ohne Verpackung, angegeben in vollen Kilogramm. Gerundet wird kaufmännisch; wird auf null abgerundet, trägst du 0 ein. Ist für die Warennummer eine besondere Maßeinheit vorgesehen, zum Beispiel Stück oder Liter, kann die Eigenmasse entfallen.
Was zählt als Eingang?
Ein Eingang ist jede Ware, die aus einem anderen EU-Land nach Deutschland kommt – egal ob sie dort hergestellt wurde oder als bereits verzollte Ware aus einem Drittland stammt.
Was ist eSTATISTIK.core?
eSTATISTIK.core ist das Verfahren der statistischen Ämter für die Übermittlung großer Datenmengen als Datei. Ab dem Berichtsmonat Januar 2027 gehen Intrastat-Dateien im INSTAT/XML-Format nur noch dorthin. Das IDEV-Formular und der CSV-Import bleiben bestehen. Mehr dazu →
F
Was ist eine Fehlmeldung?
Hattest du als meldepflichtiges Unternehmen in einem Monat keine meldepflichtigen Warenbewegungen, gibst du eine Fehlmeldung ab. Seit 2025 ist sie Pflicht – früher war sie nur eine freiwillige „Fehlanzeige“. Die Frist ist dieselbe wie bei der normalen Meldung. Mehr dazu →
Was ist ein Fiskalvertreter?
Ein Fiskalvertreter erledigt Steuer- und Meldepflichten im Namen eines ausländischen Unternehmens, das in Deutschland keinen Sitz hat. Für die Intrastat-Meldung kann ein solches Unternehmen auch einen Drittanmelder beauftragen.
Gibt es eine Fristverlängerung für die Intrastat-Meldung?
Nein. Über den 10. Arbeitstag hinaus gibt es keine Fristverlängerung – auch dann nicht, wenn dein Finanzamt dir für die Umsatzsteuer-Voranmeldung eine Dauerfristverlängerung gewährt hat. Mehr dazu →
G
Muss ich Gutschriften melden?
Nur, wenn eine Warenbewegung dahintersteht. Gutschriften für zurückgeschickte Ware werden gemeldet, nachträgliche Rabatte, Boni oder Preisnachlässe ohne Warenbewegung dagegen nicht.
H
Was ist ein Heranziehungsbescheid?
Mit dem Heranziehungsbescheid teilt dir das Statistische Bundesamt offiziell mit, dass dein Unternehmen zur Intrastat-Meldung verpflichtet ist – mit Richtung, erstem Berichtsmonat und Zugangsdaten für IDEV. Die Pflicht besteht aber schon ab Überschreiten der Meldeschwelle. Mehr dazu →
I
Was ist IDEV?
IDEV steht für Internet Datenerhebung im Verbund. Es ist das Online-Portal der statistischen Ämter, über das du deine Intrastat-Meldung per Formular oder CSV-Import abgibst. Mehr dazu →
Was ist die Intrahandelsstatistik?
Die Intrahandelsstatistik – kurz Intrastat – erfasst den Warenverkehr zwischen Deutschland und den anderen EU-Mitgliedstaaten. Seit dem Wegfall der Zollanmeldungen im EU-Binnenmarkt 1993 melden die Unternehmen diese Daten monatlich selbst. Mehr dazu →
J
Kann ich Intrastat einmal im Jahr melden?
Nein. Die Intrastat-Meldung ist eine Monatsmeldung. Eine Jahres- oder Quartalsmeldung ist nicht vorgesehen.
K
Was ist die Kenn-Nummer?
Die Kenn-Nummer identifiziert dein Unternehmen in der Intrastat-Meldung. Sie setzt sich zusammen aus der Nummer des Bundeslandes deines Finanzamts, der Steuernummer aus der Umsatzsteuer-Voranmeldung und einer dreistelligen Unterscheidungsnummer. Bei einer 10-stelligen Steuernummer wird als 13. Stelle eine 0 ergänzt.
Was ist die Kombinierte Nomenklatur?
Die Kombinierte Nomenklatur (KN) ist das achtstellige Warenverzeichnis der EU für Zolltarif und Außenhandelsstatistik. Das deutsche Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik baut darauf auf; die Warennummer für Intrastat entspricht der KN. Mehr dazu →
Muss ich jeden Fehler in der Meldung korrigieren?
Nein. Berichtigt werden Fehler aus dem laufenden und dem vorangegangenen Jahr, wenn sich ein Wert um mehr als 5.000 € oder eine Menge um mehr als 10 % ändert. Kleinere Abweichungen bleiben stehen. Mehr dazu →
L
Was ist eine Lohnveredelung?
Bei einer Lohnveredelung wird Ware im Auftrag bearbeitet – etwa verarbeitet, montiert, zusammengesetzt oder renoviert –, sodass eine neue oder deutlich verbesserte Ware entsteht. Sowohl der Hinweg als auch der Rückweg der Ware werden gemeldet, jeweils mit eigener Art des Geschäfts.
M
Was tun bei einer Mahnung vom Statistischen Bundesamt?
Eine Mahnung bedeutet, dass für mindestens einen Monat deine Meldung fehlt. Melde die fehlenden Monate – oder eine Fehlmeldung – so schnell wie möglich nach. Wir übernehmen das auf Wunsch auch rückwirkend. Mehr dazu →
Was ist eine Materialnummer?
Die Materialnummer ist ein Kennzeichen, das das Statistische Bundesamt Dateimeldern zuteilt, nachdem es Testdaten erfolgreich geprüft hat. Sie gilt nur für das jeweilige Dateiformat. Wer per IDEV-Formular oder CSV-Import meldet, braucht keine Materialnummer.
Wie hoch ist die Meldeschwelle?
Seit 2025 gelten in Deutschland 1 Mio. € für Versendungen und 3 Mio. € für Eingänge pro Kalenderjahr. Wer eine Schwelle im Vorjahr überschritten hat, meldet das ganze Jahr; wer sie im laufenden Jahr überschreitet, ab dem Monat der Überschreitung. Mehr dazu →
N
Kann ich negative Werte melden?
Nein. Negative Beträge sind in der Intrastat-Meldung nicht möglich. Rücksendungen meldest du als eigene Warenbewegung in die Gegenrichtung, nachträgliche Preisnachlässe gar nicht.
P
Welche USt-IdNr. gebe ich bei Versendungen an?
Seit 2022 gehört bei Versendungen die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer deines Handelspartners im Bestimmungsland in die Meldung. Beim Reihengeschäft ist das die USt-IdNr. des ersten ausländischen Abnehmers. Mehr dazu →
R
Welcher Betrag ist der Rechnungsbetrag?
Anzugeben ist das in Rechnung gestellte Entgelt, also die umsatzsteuerliche Bemessungsgrundlage, in vollen Euro und ohne Umsatzsteuer. Dazu zählen auch berechnete Fracht- und Versicherungskosten sowie Verbrauchsteuern, die der Abnehmer schuldet.
Wer meldet beim Reihengeschäft?
Intrastat folgt der Ware: Gemeldet wird in dem Land, aus dem die Ware tatsächlich abgeht, und in dem Land, in dem sie ankommt. Ein Zwischenhändler, über den nur die Rechnung läuft, meldet in Deutschland nichts, wenn die Ware Deutschland nicht berührt. Mehr dazu →
Muss ich Reparaturen melden?
Nein. Waren, die zur Reparatur oder Wartung in ein anderes EU-Land gehen oder von dort zurückkommen, sind von der Intrastat-Meldung ausgenommen.
Wie melde ich die Rücksendung von unbearbeitetem Material?
Auch eine Rücksendung ist eine Warenbewegung und wird gemeldet – mit der passenden Art des Geschäfts. Welche Kennziffer im Einzelfall gilt, regelt der Leitfaden zur Intrahandelsstatistik. Für unsere Kunden ordnen wir das zu.
S
Was ist der statistische Wert?
Der statistische Wert ist der Warenwert frei deutsche Grenze, ohne Umsatzsteuer. Fracht- und Versicherungskosten zählen also nur bis zur Grenze. Nicht jedes Unternehmen muss ihn angeben – ob du ihn melden musst, teilt dir das Statistische Bundesamt mit.
U
Was ist die Unterscheidungsnummer?
Die dreistellige Unterscheidungsnummer trennt Unternehmen einer umsatzsteuerlichen Organschaft oder Unternehmensteile, die getrennt melden.
Was ist das Ursprungsland?
Das Ursprungsland ist das Land, in dem die Ware vollständig gewonnen oder hergestellt wurde. Waren mehrere Länder beteiligt, zählt das Land der letzten wesentlichen, wirtschaftlich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung. Seit 2022 wird das Ursprungsland auch bei Versendungen angegeben.
Was ist die Ursprungsregion?
Bei Versendungen gibst du das Bundesland an, in dem die Ware hergestellt, montiert oder bearbeitet wurde. Lässt sich das nicht ermitteln, zählt das Bundesland, aus dem die Ware versandt wurde. Für Waren mit ausländischem Ursprung wird die Kennziffer 99 eingetragen.
V
Muss ich das „Verfahren“ noch angeben?
Nein. Die Angabe des Verfahrens ist seit dem Berichtsjahr 2007 bei allen Meldeformen weggefallen.
Was zählt als Versendung?
Eine Versendung ist jede Ware, die Deutschland in Richtung eines anderen EU-Landes verlässt – egal ob sie in der EU hergestellt wurde oder als bereits verzollte Ware aus einem Drittland stammt.
Was ist das Versendungsland?
Bei Eingängen gibst du das EU-Land an, aus dem die Ware nach Deutschland geschickt wurde. Ist es nicht bekannt, kann das Land angegeben werden, in dem die Ware eingekauft wurde.
W
Wie genau muss die Warenbezeichnung sein?
Anzugeben ist die übliche Handelsbezeichnung der Ware – so genau, dass sie sich eindeutig einer Warennummer zuordnen lässt. Die Bezeichnung sollte nicht länger als 80 Zeichen sein.
Welche Warennummer brauche ich für Intrastat?
Du brauchst die 8-stellige Warennummer aus dem Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik. Sie entspricht der Kombinierten Nomenklatur der EU und ändert sich jedes Jahr zum 1. Januar. Die 11-stellige Codenummer aus dem Zolltarif ist für Intrastat falsch. Mehr dazu →
Z
Was ist der Unterschied zur Zusammenfassenden Meldung?
Die Zusammenfassende Meldung ist eine Steuermeldung an das Bundeszentralamt für Steuern ohne Mindestgrenze. Intrastat ist eine Statistikmeldung an das Statistische Bundesamt, nur für Waren und erst ab der Meldeschwelle. Viele Unternehmen müssen beide abgeben. Mehr dazu →